Tarot 680 Pro: Der Baubericht

In diesem Bericht möchte ich euch den Aufbau der Tarot 680 Pro dar stellen, was gut und schlecht ist und welches Setup ich verwendet habe.
Als ich die Schachtel des Copters bekommen habe, fragte ich mich, wie in solch eine kleine Schachtel der doch eher größere Copter der Mittelklasse hineinpasst. Als ich sie dann öffnete, sah man schon dass alles sehr kompakt verpackt war und das Ding seine Größe nach dem Zusammenstecken aller Rohre bekommt.
Nachdem ich mir einen Überblick verschafft hatte und die mit 4 Seiten doch recht spärliche Bedienungsanleitung gelesen hatte, ging es auch schon mit dem Aufbau los. Ich hab hier entgegen der Bedienungsanleitung erst einmal mit dem Landegestell angefangen. Dies ist wie die meisten Teile separat abgepackt und konnte daher auch separat aufgebaut werden. Die Verarbeitung ist gut und es ließ sich relativ gut zusammenstecken. Das einzige was sich etwas als Fummelei darstellte, war das Zusammenschrauben der Carbonrohre mit den mitgelieferten Haltern. Hier müssen Madenschrauben durch die mitgelieferten Verbindungsstücke gedreht werden bis sie sich auf das Carbonrohr pressen. Jedoch sind die Verbindungsstücke aus Plastik ohne Gewinde, sodass das Hineinschrauben bis die Schraube anzog, eine ziemlich Fummelarbeit war. Sobald sie gepackt hatte, musste man sie einfach bis zum Ende durchdrehen.Landegestell
Das Landegestell kann nun an eine der beiden Basisplatten geschraubt werden und zwar an die ohne das große Loch in der Mitte. Die Halterung hierzu befindet sich in einer extra Tüte und ist leicht zu montieren. Erfreulich ist hierbei, dass die Sachen sehr passgenau sind und nichts hin und her wackelt.
Nachdem die ersten Tüten damit abgearbeitet waren und das Gestell des Tarot 680 Pro stand, ging es an die Ausleger des Hexacopters. Man benötigt hier die Motorhalterung und die Carbonstange bzw. den Carbonarm. Zuerst werden auf die Motorhalterungen die Motoren geschraubt. Ich habe hier AX-2810Q Motoren eingesetzt. Von der Motorhalterung ist einfach die Carbonplatte zu entfernen und drauf dann der Motor in die vorgeborten Löcher festzuschrauben. Es gibt dabei die Möglichkeit die Motorenkabel in Richtung Copter oder von ihm weg zeigen zu lassen. Das kommt jetzt darauf an ob man die Motorkabel verlängern und den Regler (ESC) an der Basisplatte in der Mitte des Hexacopters befestigen will oder ob man den ESC unter die Motorhalterung befestigen will. Beides hat Vor- und Nachteile. Ein Anbringen der Regler unter der Motorhalterung sorgt für einen aufgeräumten Copter ohne großes Kabelwirrwarr auf der Basisplatte. Allerdings wird in vielen Foren heiß diskutiert, ob das Verlängern der Spannungsversorgungsleitungen an einem ESC diesen beschädigt. Zudem muss die Signalleitung verlängert werden, was den Verlängerungsaufwand in die Höhe treibt. Beim Anbringen der Regler an der Basisplatte müssen lediglich die 3 Motorleistungen verlängert werden und man umgeht die umstrittene Stromversorgungsverlängerung. Jedoch muss man dann mit optischen und Platzproblemen kämpfen. Im Netz sind beide Varianten mehrmals zu finden und somit funktionieren auch beide.
Egal für welche Variante man sich entschieden hat, nach dem Anbringen des Motors und dem Verlängern der Kabel wird die Motorhalterung auf die Carbonstange geschoben. Diese wird nun mit 4 Schrauben auf den Arm geklemmt. Diese sollte man noch nicht ganz fest ziehen, da die Motoren am Ende noch ausgerichtet werden müssen. Die Kabel werden dann noch durch das Rohr gezogen und die Ausleger sind fertig. Als ESC habe ich übrigens einfache SimonK 30A ESCs verwendet, welche es massenhaft auf eBay oder Amazon gibt.
Nun geht es an die Basisplatte. Hier werden zuerst die Clips angeschraubt in welche später die Arme eingeclipst werden. Die Löcher hierzu sind passgenau und die Clips gut verarbeitet.
Man kann nun beginnen die ersten Arme an die Basisplatte zu schrauben. Dabei habe ich die beiden mit der roten Motorhalterung vorne und die beiden mit der schwarzen Motorhalterung hinten befestigt. Die beiden seitlichen habe ich erst einmal weggelassen und sie erst später befestigt.
Ist soweit erst einmal alles befestigt, können die Kabel der Stromversorgung an die Basisplatte angelötet werden. Diese stellt gleichzeitig eine Leiterplatte dar, welche die Spannung an die benötigten Stellen verteilt. Neben den Endpunkten der Ausleger befinden sich hierzu Lötpads. Wenn ihr die Regler nun direkt anlötet, lasst diese einfach durch das große Loch in der Mitte der Patte hängen.Basisplatte mit Ausleger
Es geht jetzt noch einmal an das Landegestell. Hier wird die Carbonplatte mit den 2 kleineren Carbonrohren befestigt. Es gibt dazu 4 Gummitüllen, welche in die runden Aluminiumringe gedrückt werden. Wenn das geschehen ist, kann man die 4 Aluminiumringe an die Platte mit dem Landegestell schrauben. Die Löcher dafür sind wieder passgenau und auch relativ gut ohne Bedienungsanleitung zu finden. Am Ende stehen nun die 4 Aluminiumringe mit den Gummitüllen nach unten ab. Auf die kleinen Carbonrohre werden die Abschlusskappen aus Plastik aufgedrückt und die Rohre dann durch die Alu-Ringe geschoben. An die Akkuplatte werden nun noch die Halter mit den Plastikschrauben, welche ein etwas größeres Gewinde haben, festgeschraubt und diese dann an die Stangen geclipst. Am einfachsten geht dies wenn man eine Stange auf einer Seite nochmal herauszieht.
Es ist nun schon ein Großteil des Tarot 680 Pro aufgebaut. Bis jetzt sind das Landegestell, die Stromplatte mit den 4 angeschraubten Armen und die 2 einzelnen Arme fertig. Es geht nun an das Zusammenschrauben der Teile. Die Platte mit den Auslegern legt man mit den Rohren nach oben auf den Tisch und legt die Platte mit dem Landegestell darauf. Das Ganze fixiert man anschließend mit 2-3 Schrauben, welche man aber noch nicht ganz anzieht. Die Platten mit den ersten 4 Armen halten nun erst einmal zusammen.
Die Konstruktion wird nun umgedreht und seitlich die anderen beiden verbliebenen Arme hineingeschoben. Hierzu gibt es auf jeder Seite noch 4 Aluminiumteile, welche nun um das Rohr müssen. Dabei muss eines vorne an der Platte und eines hinten bei dem großen Loch in der Platte befestigt werden. Die beiden Aluminiumhälften vorne lassen sich leicht um das Rohr schieben. Sobald man das hat, sollte man hier gleich die entsprechende Schraube durchstecken und leicht andrehen, sodass einem diese Teile nicht mehr herausrutschen. (Achtung die Schrauben für die vorderen und hinteren Teile sind unterschiedlich lang) Das hintere Aluminiumteil ist etwas fummeliger. Hier ist zuerst das Rohr etwas herauszuziehen und das Teil durch das Loch in der oberen Platte zu platzieren. Dann muss das Rohr bzw. den Arm etwas hinein geschoben werden, sodass das andere Alu-Teil darüber passt und dann das Teil auf dem Rohr so weit nach hinten geschoben werden, dass es unter dem Schraubenloch ist. Nun werden die Schrauben fixiert und das Rohr dann bündig mit den hintern Aluteilen abschlossen.

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Am Ende müssen noch die Motoren ausgerichtet werden, was man am besten mithilfe einer Wasserwage macht, welche man auf die Ausleger legt. Die Motoren sollten so gut wie möglich senkrecht stehen, da der Copter sonst einen Drall bekommen kann.
Weiter geht es jetzt mit dem Einbau der Naza. Diese wird entweder in das große Loch der oberen Platte gebaut oder es wird sich ein Holzplättchen gefertigt was über das Loch geklebt wird um darauf die Steuerung zu kleben. Diese Variante hab ich verwendet, da man hier besser an die Anschlüsse kommt. Es ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass sich die Steuerung in der Mitte befindet und nach vorne ausgerichtet ist. Das GPS-Modul muss ebenfalls nach vorne ausgerichtet sein.

Naza V2

Das befestigen der PMU und der LED ist dagegen lediglich durch den Kabelweg begrenzt und diese können somit verbaut werden wo Platz ist. Die LED sollte jedoch nach Möglichkeit sichtbar verbaut werden. Ich habe sie an einem Ausleger montiert um sie zu sehen.

LED Naza V2
Der Empfänger kommt am besten neben die Naza Steuerung, da die Verbindungskabel nicht besonders lang sind. Ich habe einen Orange R715 verwendet. Es können jedoch hier beliebige 6-Kanal Empfänger verwendet werden, welche zu der jeweiligen Fernbedienung passen.
Am Ende habe ich noch den Akku unten an die Akkuplatte montiert, was am besten mit einem Klettband oder mit einem Faden gemacht wird. Die Platte lässt sich nun innerhalb der Aluteile verschieben, um den Schwerpunkt einzustellen. Einfach mit 2 Fingern unter die seitlichen Ausleger gehen, schauen in welche Richtung der Copter fällt und den Akku dementsprechend in die andere Richtung schieben. Dies wird soweit gemacht bis der Copter ausgependelt ist.
Nun ist alles aufgebaut und ich hoffe der Artikel hat euch gefallen und ihr habt einen Einblick in den Aufbau des Tarot 680 Pro bekommen. Zum Losfliegen muss nun noch die Naza und die Fernbedienung richtig eingestellt werden und dann kann man auch schon abheben.
Eine Stückliste der verwendeten Materialien findet ihr hier:
• Rahmen: Tarot 680Pro http://amzn.to/1E8VK57
• Steuerung: Naza M V2 http://amzn.to/1JHDj8A
• Motoren: AX-2810Q KV750 http://bit.ly/1JsK29X
• Propeller: Carbon Props 11×4,7 http://amzn.to/1HJdacq
• Regler: ESC 30A SimonK http://amzn.to/1GvugHz
• Empfänger: Orange R710 http://bit.ly/1JsJFw9
o (hier können gerne auch andere verwendet werden bei dem Fernbedienungsset ist z.B. ein passender dabei)
• Fernsteuerung: DX7s http://amzn.to/1J0YHpv
• Gimbal: Tarot T-2D http://amzn.to/1QwOCFY

Tarot 680 Pro

Tarot 680 ProDer Tarot 680 Pro ist ein Hexacopter der Mittelklasse. Durch seine 6 Ausleger ist er sehr beliebt bei Hobby Filmern, da diese den Copter ruhig halten und genug Leistung haben um ein Gimbal mit Action cam inklusive FPV-Übertragung zu transportieren. Hierbei kommt er auf ein Gewicht kleiner 5kg, was eine Aufstiegsgenehmigung überflüssig macht (nur für den privaten Bereich).
Tarot fertigt mit dem Tarot 680 Pro einen gewohnt hochwertigen und preisgünstigen Rahmen. Der Zusammenbau klappt für den Durchschnittsmodellbauer in ca. 5 Stunden, sodass dieser inklusive einfliegen gut an einem Wochenende fertiggestellt werden kann.
Der Versand bei Tarot klappt vorbildlich und die Lieferzeiten sind relativ kurz. Zudem kann man sich Ersatz einzeln bestellen, falls doch mal etwas zu Bruch geht. Der Copter hält allerdings relativ viel aus und federt Dank des klappbaren Landegestells und der klappbaren Arme heftigere Abstürze oftmals darüber ab. In vielen Fällen muss man lediglich die Arme wieder ausklappen, die Motoren neu ausrichten und es kann weitergehen.
Er eignet sich also perfekt für Hobbyfilmer, welche Spaß am Modellbau haben und gerne auch mal etwas selbst zusammenschrauben. Das Sammeln von Flugerfahrung mit einem kleineren Modell wie z.B. dem X5C ist sicherlich von Vorteil, aber kein absolutes Muss. Von gewagten Flugmanövern sollte jedoch in der Eingewöhnungsphase abgesehen werden (mindestens 10 Akkuladungen).

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